Alltagsbetreuerin / Alltagsbetreuer
Alltagsbetreuerinnen und Alltagsbetreuer sind in Alten- und Pflegeheimen, in Tages- und Nachtpflegeeinrichtungen, in Kurzzeitpflegeeinrichtungen, Seniorenwohnanlagen sowie in der häuslichen Pflege tätig. Sie erbringen eine pflegenahe Dienstleistung und eine qualifizierte Alltagsbegleitung pflege- und betreuungsbedürftiger Menschen, die infolge demenzbedingter Fähigkeitsstörungen, psychischer Erkrankungen oder geistiger Behinderungen dauerhaft erheblich in ihrer Alltagskompetenz eingeschränkt sind und deshalb einen hohen allgemeinen Beaufsichtigungs- und Betreuungsbedarf haben. Dies geschieht unter der Anleitung von Fachkräften.
Seit dem Jahr 2008 gibt es verschiedene Ausbildungsmodelle als auch verschiedene Abschlussbezeichnungen (z.B. Alltagsbetreuer, Alltagsbegleiter, Servicekraft).
 
Ausbildungsdauer:

Unterschiedlich je nach Ausbildungsangebot.

 
  • Im Rahmen der Berufsfachschule für Alltagsbetreuung dauert die Ausbildung zwei Jahre.
    Der Schulleiter kann im Einzelfall Bewerber, die einen anderen einschlägigen Bildungsgang besucht haben oder einschlägige praktische Vorerfahrungen nachweisen, in das zweite Ausbildungsjahr aufnehmen.
  • Die Mindestqualifikation orientiert sich nach den Richtlinien des § 87 b SGB XI. Danach muss eine Qualifizierungsmaßnahme zumindest aus drei Modulen bestehen (Basiskurs, Betreuungspraktikum und Aufbaukurs) und hat einen Gesamtumfang von mindestens 160 Unterrichtsstunden sowie ein zweiwöchiges Betreuungspraktikum.

Zugangsvoraussetzungen:
  • Voraussetzung für die Aufnahme in die Berufsfachschule für Alltagsbetreuung sind:

  • Bewerber mit und ohne Hauptschulabschluss,
  • der Nachweis ausreichender deutscher Sprachkenntnisse,
  • eine ärztliche Bescheinigung über die gesundheitliche Eignung zur Ausübung des Berufes,
  • Praktikumsvertrag mit dem Ausbildungsträger (stationäre Einrichtungen der Altenhilfe, der Behindertenhilfe und Krankenpflege).

  • Voraussetzungen für die Mindestqualifikation nach den Richtlinien des § 87 b SGB XI

  • eine positive Haltung gegenüber kranken, behinderten und alten Menschen,
  • soziale Kompetenz und kommunikative Fähigkeiten,
  • Empathiefähigkeit und Beziehungsfähigkeit,
  • psychische Stabilität, Fähigkeit zur Reflexion des eigenen Handelns, Fähigkeit sich abzugrenzen u.a.
    (Auszug aus § 3 ‚Anforderung an die Betreuungskräfte' aus Betreuungskräfte-Rl vom 19. August 2008)

Ausbildungsziel:
 
  • Ausbildungsziel in der Berufsfachschule für Alltagsbetreuung:
    Die Ausbildung vermittelt Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten für die begleitende Unterstützung von Menschen, die bei Alltagsverrichtungen und der Gestaltung des persönlichen Lebensumfeldes Hilfe benötigen.
    Schülerinnen und Schüler ohne Hauptschulabschluss erwerben diesen mit bestandener Abschlussprüfung.
  • Ausbildungsziel für die Mindestqualifikation nach den Richtlinien des § 87 b SGB XI:
    Den zu Betreuenden soll durch mehr Zuwendung, zusätzliche Betreuung und Aktivierung eine entsprechende Wertschätzung entgegen gebracht, der Austausch mit anderen Menschen und die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft ermöglicht werden.

Ausbildungsinhalte:
 
  • Ausbildungsinhalte in der Berufsfachschule für Alltagsbetreuung
    Ca. zwei Fünftel theoretische Ausbildung in der Berufsfachschule für Alltagsbetreuung
    (z.B. haushaltsnahe Dienstleistung, Aktivierung, rechtliche Rahmenbedingungen)
    Ca. drei Fünftel praktische Ausbildung im Ausbildungsbetrieb.
  • Ausbildungsinhalte bei der Mindestqualifikation nach den Richtlinien des § 87 b SGB XI
    100 Stunden Basiskurs Betreuungsarbeit in Pflegeheimen ( z.B. Grundkenntnisse der Kommunikation, Grundkenntnisse über Demenzerkrankungen, Grundkenntnisse der Pflege und Pflegedokumentation). Zwei Wochen Betreuungspraktikum in einem Pflegeheim und 60 Stunden Aufbaukurs in der Betreuungsarbeit im Pflegeheim (z.B. Vertiefen der Kenntnisse, Rechtskunde, Beschäftigungsmöglichkeiten und Freizeitgestaltung für Menschen mit Demenzerkrankungen)

Vergütung:

Da die Ausbildung noch neu ist, lässt sich momentan noch keine einheitliche Vergütung darstellen. Die Berufsfachschule empfiehlt eine monatliche Vergütung zwischen 300 € und 400 €. Fragen Sie beim Ausbildungsbetrieb nach.

Ausbildungskosten:
 
  • In der Berufsfachschule für Alltagsbetreuung besteht Schulgeld- und Lernmittelfreiheit. Materialkosten sind teilweise zu tragen.
  • Für die Mindestqualifikation nach den Richtlinien des § 87 b SGB XI werden Kursgebühren fällig (ca. zwischen € 900,00 und € 1.500,00).
Zusätzliche Information
Die Berufsfachschule für Alltagsbetreuung kann nur bei ausreichender Schülerzahl einen Ausbildungsgang anbieten.

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